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Pflegeeltern.de » Das schwarze Brett » Medien » Stellungnahme der Forschungsgruppe PK Uni Siegen zum Tod von Chantal » Hallo Gast [Anmelden|Registrieren]
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Zum Ende der Seite springen Stellungnahme der Forschungsgruppe PK Uni Siegen zum Tod von Chantal 3 Bewertungen - Durchschnitt: 10,003 Bewertungen - Durchschnitt: 10,003 Bewertungen - Durchschnitt: 10,003 Bewertungen - Durchschnitt: 10,003 Bewertungen - Durchschnitt: 10,00
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peutetre peutetre ist weiblich
ist auch nur ein Mensch ;o)


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Dabei seit: 09.04.2005
Beiträge: 24.704
Bundesland: Nordrhein-Westfalen


Stellungnahme der Forschungsgruppe PK Uni Siegen zum Tod von Chantal Diesen Beitrag editieren/löschen Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag einem Moderator melden   Zum Anfang der Seite springen

mir liegt eine stellungnahme der "forschungsgruppe pflegekinder der universität siegen" vor, die ich hier mit freundlicher genehmigung veröffentlichen darf.


Erklärung der „Forschungsgruppe Pflegekinder“
der Universität Siegen
zum Tod des Pflegekindes Chantal in Hamburg
Wir, die sich seit Jahren mit den Lebenserfahrungen von Pflegekindern wissenschaftlich beschäftigen und aus diesen Erfahrungen Anregungen und Vorschläge für eine Weiterentwicklung der Pflegekinderhilfe in Deutschland entwickeln, sind vom Tod der 11-jährigen Chantal, die nach Aussagen der Staatsanwaltschaft Hamburg an einer Methadonvergiftung gestorben ist, tief betroffen. Wir verstehen die kritischen Fragen nach einem Versagen der Sozialen Dienste in der Öffentlichkeit. Auch wir fragen uns, was wir und andere aus dem Tod der kleinen Chantal lernen können. Eine Analyse dieses Fallverlaufes ist auf der Basis von differenzierten Informationen möglich und unbedingt nötig. Dann müssen die richtigen Konsequenzen gezogen werden. Die öffentliche Debatte veranlasst uns aber schon heute auf einige Tatsachen hinzuweisen, die in der öffentlichen Diskussion derzeit zu kurz kommen und zu Fehleinschätzungen beitragen können:


1. Nach allem, was wir aus eigenen Untersuchungen und anderen wissenschaftlichen Studien wissen, sind die meisten Pflegemütter und Pflegeväter hoch engagierte Menschen, die auch in schwierigen Betreuungssituationen gute Entwicklungsbedingungen für die ihnen anvertrauten Pflegekinder schaffen. Sie helfen uns damit ein wichtiges gesellschaftliches Problem zu lösen, nämlich auch den Kindern eine gute Entwicklung in einer Familie und gute Zukunftschancen zu ermöglichen, die – aus welchen Gründen auch immer – von ihren Eltern nicht ausreichend betreut werden können. Ein generelles Misstrauen den Pflegeeltern gegenüber wäre deswegen ungerecht. Die meisten Pflegeeltern verdienen unseren großen Respekt und hohe Anerkennung.

2. Die Betreuung von Kindern in Pflegefamilien stellt hohe und vielfältige Anforderungen an die Pflegeeltern. Sie haben deswegen einen moralischen Anspruch auf eine kompetente, regelmäßige und engagierte Betreuung durch leistungsfähige Pflegekinderdienste. Diese Betreuung ist keineswegs überall in Deutschland gesichert. Oft reicht schon alleine die personelle Ausstattung dafür nicht aus. Wenn eine Fachkraft 50 oder mehr Pflegefamilien
betreuen muss, kann sie notwendige Dienstleistungen für die Kinder und ihre Eltern nicht erbringen. Wir halten eine Betreuung von 30, maximal 35 Pflegekindern pro Fachkraft für notwendig. Außerdem müssen die Fachkräfte über den aktuellen Stand des Wissens und professionelles Dienstleistungsverständnis verfügen,um Pflegekinder und ihre Familien gut begleiten zu können und Eskalationen durch rechtzeitige Hilfe wirksam zu verhindern. Das ist noch nicht überall garantiert.

3. Die Sicherheit von Pflegekindern in ihrer Pflegefamilie wird durch umfassende und häufige Kontrollen nicht erhöht. Gerade die privaten Lebensformen in Familien können von außen nicht wirksam kontrolliert werden. Ein wirksamer Schutz besteht darin, dass Notsignale der Kinder erkannt und ernst genommen werden, dass sie Zugang zu Vertrauenspersonen auch außerhalb der Familie haben und dass Soziale Dienste auf diese Signale sensibel reagieren und richtig handeln. Darüber hinau ist eine regelmäßige Beratung und intensive Begleitung von Pflegefamilien nicht nur in Krisensituationen erforderlich, um rechtzeitig eine geeignete Unterstützung anzubieten.

4. Die Leistungen professioneller Dienste müssen sich sowohl an die Pflegefamilie insgesamt als auch an jedes einzelne Pflegekind richten. Es sind regelmäßige, vertrauensvolle Kontakte einer pädagogischen Fachkraft mit den Kindern erforderlich. Auch hierfür liegen keineswegs überall die personellen Voraussetzungen und geeignete Konzeptionen vor.
Politik, Verwaltung und Fachdienste stehen in der Pflicht, diese unverzichtbaren Bedingungen zu schaffen.

5. Sowohl Dienste der Jugendämter als auch Freie Träger können diese Aufgabe gut erfüllen,
wenn die personellen, organisatorischen und konzeptionellen Voraussetzungen bei ihnen erfüllt sind. Hoch arbeitsteilige Systeme schränken die Leistungsfähigkeit allerdings oft ein und erhöhen die Risiken. Deswegen sehen wir ein Outsourcing einzelner Teilbereiche an verschiedene Träger kritisch. Wenn die erkannten Mängel in der Pflegekinderhilfe tatkräftig beseitigt werden, können Gesellschaft, Politik und Verwaltung Risiken von Pflegekindern minimieren und die positiven Entwicklungschancen in Pflegefamilien stärken.


Unterzeichnet von den Mitgliedern der Forschungsgruppe Pflegekinder der Universität Siegen:
Klaus Wolf, Andrea Dittmann, Kirstin Gottwald, Andy Jespersen, Corinna Petri, JudithPierlings, Daniela Reimer, Dirk Schäfer, Sabine Wehn, Christina Wilde


www.uni-siegen.de/pflegekinder-forschung/




hier findet ihr den text noch einmal als pdf-datei:

Dateianhang:
unknown stellungnahme chantal uni siegen.pdf (80,45 KB, 8 mal heruntergeladen)


__________________
Liebe Grüße
Silvia


Ist es nicht verrückt, dass wir uns freuen, wenn etwas eigentlich Unnormales passiert, und dieses Unnormale die Normalitiät bestätigt ?

by deanna smile


01.02.2012 11:57 peutetre ist offline E-Mail an peutetre senden Homepage von peutetre Beiträge von peutetre suchen Nehmen Sie peutetre in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie peutetre in Ihre Kontaktliste ein AIM-Name von peutetre: peutetre47

Aveline Aveline ist weiblich
Vorpubertierender


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Dabei seit: 09.07.2009
Beiträge: 678
Bundesland: Rheinland-Pfalz


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Daumen Daumen Daumen

__________________
Die Berühmtheit mancher Zeitgenossen
hängt mit der Blödheit
der Bewunderer zusammen

-Heiner Geisler-

01.02.2012 12:01 Aveline ist offline E-Mail an Aveline senden Beiträge von Aveline suchen Nehmen Sie Aveline in Ihre Freundesliste auf
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Maria976 Maria976 ist weiblich
Erstklässler


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Dabei seit: 29.12.2010
Beiträge: 405
Bundesland: Sachsen
Herkunft: Limbach-Oberfrohna


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Von mir auch Daumen Daumen Daumen

__________________
Maria

Das Leben ist wie ein Puzzelspiel, nur das die Vorlage fehltgroßes Grinsen
La Ola
01.02.2012 17:55 Maria976 ist offline Beiträge von Maria976 suchen Nehmen Sie Maria976 in Ihre Freundesliste auf
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pocahontas33 pocahontas33 ist weiblich
Hauptschüler


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Dabei seit: 23.06.2010
Beiträge: 1.159


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find ich ja toll, aber die bild-lesende allgemeinheit wird DAS kaum zu sehen bekommen, die hören nur "mal wieder" von bösen pflegeeltern... und NUR davon. das gießt mal wieder öl ins feuer und die medien stürzen sich wieder drauf wie die geier. das ist doch zum Kotz Beisstisch
da brauch ich mich dann auch nicht wundern, wenn ich wieder mal von irgendwem aus scheinbar heiterem himmel angebrüllt und beleidigt werde, von wegen ich wär so eine (weil PFLEGEmama), die kinder misshandelt....

__________________
Gib mir Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; gib mir Mut, Dinge zu ändern, die ich zu ändern vermag, und gib mir Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.
01.02.2012 19:39 pocahontas33 ist offline Beiträge von pocahontas33 suchen Nehmen Sie pocahontas33 in Ihre Freundesliste auf
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